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„Eine Mitgliedschaft im DEHOGA MV lohnt sich immer, weil wir als einziger Unternehmerverband die spezifischen Interessen der ganzen Branche vertreten und damit aktiven Einfluss auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen unserer Betriebe nehmen.“ Guido Zöllick |
„Wertschätzung für die Gastgeber!“
Liebe Mitglieder, Freunde und Partner des DEHOGA MV, liebe Leserinnen und Leser,„…Stell Dir vor, es ist Wahljahr, die Erfolgsbranche eines Bundeslandes startet in die Saison – und kein einziger Minister, schon gar kein Ministerpräsident lässt sich sehen …“, so schrieb Max-Stefan Koslik unlängst über den Saisonauftakt der Tourismuswirtschaft in seinem Kommentar über unsere Veranstaltung in der Schweriner Volkszeitung. Ja, meine sehr geehrten Leserinnen und Leser, so sah die Realität aus. Die erste Reihe der Politik glänzte durch kollektive Abwesenheit anlässlich des gemeinsamen Saisonauftaktes von DEHOGA MV, TMV und Golfverband des Landes. Ich würde nicht gleich, wie Max Stefan Koslik, von einem politischen Affront sprechen, wir als Verband werden aber ganz sicher unsere Schlussfolgerungen daraus ziehen. Letztlich kann man unsere Branche nicht negieren oder klein reden. Die Zahlen sprechen ihre eigene Sprache. Rund 170.000 Beschäftigte, die direkt oder indirekt vom Tourismus leben, ein Umsatz von rund 7 Milliarden Euro und einem Anteil von rund 10 Prozent am Bruttoinlandsprodukt zeigen eindrucksvoll auf, welchem Stellenwert der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern zukommt. Und dies, da bin ich sicher, ist jedem in der Landes- und Kommunalpolitik auch bewusst. Spätestens wenn die Politik nach Geld für ihren Haushalt sucht, wissen sie nämlich ganz genau wo wir sind und bedienen sich gern bei uns. So ist es gerade erst in Form der beschlossenen Bettensteuer in Schwerin geschehen. Wenn es die Landespolitik wirklich ernst mit ihrer Unterstützung des Tourismus in MV meint, dann lehnen die zuständigen Ministerien die Satzung aus Schwerin ab.
Schlussendlich begingen rund 300 geladene Gäste feierlich den Saisonauftakt 2013. Auch wenn das Wetter temperaturtechnisch noch eher an den fliehenden Winter erinnerte, jetzt ist der Frühling da und die Gäste können kommen. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben die Zeit genutzt und sich gut auf die neue Saison vorbereitet. Sie blicken gespannt sowie verhalten optimistisch auf das, was da kommt.
Dies in zweierlei Hinsicht. Zum einen blicken wir gespannt
auf den saisonalen Verlauf, hier braucht uns aber nicht bange werden. Schon
immer musste unsere Branche mit unwägbaren und unvorhersehbaren Einflüssen
leben. Wir sind, wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig, vom Wetter abhängig.
Aber, und das ist die zweite Seite der Medaille, auch die politischen
Rahmenbedingungen beeinflussen unser Tun und Handeln erheblich. Daher ist es
nur logisch, dass wir mit großen Erwartungen auf die Wahl zum Deutschen Bundestag im Herbst schauen. Unsere Erwartungen
jedenfalls werden wir gegenüber den Kandidatinnen und Kandidaten in gebührender
Form zum Ausdruck bringen. Gegenwärtig läuft die finale Abstimmung unserer Wahlcheckliste. Hier werden alle
bundespolitischen Brennpunktthemen auf der Agenda stehen. Klar und
unmissverständlich werden wir unsere Erwartungen formulieren und die
Forderungen der Branche zu Gehör bringen.
Beispielsweise die Sicherung der Absenkung der Mehrwertsteuer auf Beherbergungsleistungen. Allen Kritikern und Populisten sei gesagt, es wirkt, das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Und das können wir mit handfesten Fakten belegen. Mehr Jobs, mehr Investitionen, mehr Qualität! Eine Befragung unter 120 Hotelbetrieben hier im Land erbrachte folgendes Bild. Seit 2010 werden pro Jahr zusätzlich rund 100 Mio. Euro in die Unternehmen investiert. Jährlich fließen zusätzlich etwa 300.000 Euro in Weiterbildung und Qualifizierung. In zwei Schritten wurde das Entgelt für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 5% in 2010 und um 7% in 2012 erhöht. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Hotellerie in Mecklenburg-Vorpommern stieg in den letzten drei Jahren insgesamt um 8,8%, im Schnitt also um fast 3% pro Jahr. Es wirkt also, das Wachstums-beschleunigungsgesetz!
Wussten Sie schon, dass auf den gleichen Umsatz in der Gastronomie sechs Mal mehr Beschäftigte als im Lebensmitteleinzelhandel kommen? Daher fordern wir zusätzlich mehr Wertschätzung für Deutschlands Gastgeber. Unser Anliegen ist es, faire Rahmenbedingungen und Gleichbehandlung mit anderen Lebensmittel verarbeitenden Zweigen der deutschen Wirtschaft herzustellen. Deshalb gilt es die steuerliche Gleichbehandlung aller Speisen, unabhängig vom Ort des Verzehrs und der Art der Zubereitung durchzusetzen. Fairness ist ein hohes Gut, auch für die heimische Gastronomie. Es ist für uns nicht akzeptabel, dass Produkte wie Tiernahrung, Popcorn im Kino und die Bockwurst im Gehen mit 7% besteuert werden, das frisch zubereitete Essen im Lokal sowie die täglichen Mahlzeiten der Schulkinder dagegen zumeist mit den vollen 19%. Fairness sieht anders aus!
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, dies sind nur zwei Themen aus der Wahlcheckliste zur Bundestagswahl. Wir werden die Kandidatinnen und Kandidaten auf Herz und Nieren prüfen. Ich bitte Sie, tun Sie es bei sich vor Ort im Unternehmen und in den Regionalverbänden auch, geben Sie unseren Forderungen eine persönliche Note, geben Sie unseren Forderungen Ihr Gesicht! Denn eins steht fest, nur gemeinsam können wir viel erreichen!
Ich wünsche uns allen, nicht nur meteorologisch, einen heißen Sommer!
Herzlichst, Ihr
Guido Zöllick, Präsident
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