Coronavirus: Aktuelle Zahlen zu Umsatzeinbrüchen im Gastgewerbe

Umsatzeinbrüche in 60 Prozent aller Betriebe // Auch ländliche Regionen massiv betroffen // DEHOGA MV erwartet von dem am Sonntag tagenden Koalitionsausschuss Liquiditätshilfen, eine Änderung der Kurzarbeitergeldregelung sowie den reduzierten Umsatzsteuersatz für Essen // Branche warnt vor dauerhaften Folgeschäden

(Rostock, 06. März 2019) Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern wird durch die Coronakrise erheblich stärker betroffen, als bislang befürchtet. Eine Blitzumfrage unter 166 Betrieben aus MV, davon 35 Prozent in Städten über 20.000 Einwohnern und 65 Prozent aus dem ländlichen Raum, ergab folgende Auswirkungen:

Rund 60 Prozent der Betriebe verzeichnen Umsatzeinbußen in Folge der Coronakrise. Durchschnittlich brechen die Umsätze landesweit um 21 Prozent ein. 87 Prozent aller Betriebe verzeichnen Rückgänge bei Neubuchungen, diese gehen im Schnitt um 31 Prozent zurück. Gefragt nach erwünschten Unterstützungsleistungen durch den Staat, hier waren Mehrfachnennungen möglich, erwarten 57 Prozent aller Betriebe den reduzierten Umsatzsteuersatz für Essen, 53 Prozent eine geänderte Kurzarbeitergeldregelung, 41 Prozent Liquiditätshilfen, 37 Prozent weitere Steuererleichterungen sowie 24 Prozent eine Steuerstundung.

Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes / Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (DEHOGA MV) sagt dazu: „Die Umfrage zeigt deutlich: Nicht nur die Absage von Großveranstaltungen und Messen in Großstädten führt zu massenhaften Stornierungen sowie ausbleibenden Neubuchungen, mittlerweile bedroht die Coronakrise das Gastgewerbe flächendeckend auch im Tourismusland Nr. 1. Stornierungen, ausbleibende Urlaubsgäste und leere Betten bedeuten immer auch leere Tische in den Restaurants. Das kann extrem schnell zu dauerhaften Folgeschäden für den für Mecklenburg-Vorpommern so wichtigen Tourismus führen.“

Schwarz weiter: „Bei rund 83 Prozent der Befragten handelt es sich um kleinst- und Kleinbetriebe, die fast über keine Liquidität verfügen. Bleiben Umsätze aus, können die Unternehmen dann Forderungen nicht mehr bedienen. Somit sind die Auswirkungen existenziell. Der ohnehin stattfindende Prozess des Gastronomiesterbens wird aufgrund des Umsatzrückgangs erheblich beschleunigt werden.“

Der Präsident weiß: „Auswirkungen wird dies auf alle Akteure im ländlichen Raum haben. Unsere Betriebe sind regional sehr stark vernetzt. Demzufolge wird es nachgelagert weitere Wirtschaftsbereich stark treffen. In logischer Abfolge werden Zulieferer, Handwerksbetriebe und regionale Produzenten betroffen sein, da alle Investitionen zurückgestellt werden müssen.“

Aus diesem Grund fordert der DEHOGA MV vom am Sonntag tagenden Koalitionsausschuss der Großen Koalition im Bund ein umfassendes Maßnahmenpaket, das unbürokratische und insbesondere für klein- und mittelständische Betriebe leicht umsetzbare Maßnahmen enthält.

Konkret fordert der DEHOGA MV schnell wirkende, effektive Liquiditätshilfen und Fördermaßnahmen. Zweitens eine Änderung der Kurzarbeitergeldregelung, die bis zum Ende der Pandemie gelten muss, die eine 100-prozentige Erstattung der Sozialabgaben sowie den Verzicht auf die Drittelregelung beinhaltet und nicht erst ab Antragstellung gilt, sondern ab dem Zeitpunkt des Arbeitsausfalls. Und drittens steuerliche Erleichterungen durch den reduzierten Umsatzsteuersatz für Essen, da diese Maßnahme unmittelbar greift und sofort für mehr Umsatzrendite sorgt, was insbesondere jetzt bei den wegbrechenden Umsätzen flankierend zu den Liquiditätshilfen überlebenswichtig ist. Nur solch ein Maßnahmepaket versetzt die Betriebe strukturell in die Lage, diese Krise unbeschadet überstehen zu können.

Präsident Schwarz betont abschließend nochmals: „Gerade jetzt in der Krise würde eine reduzierte Umsatzsteuer direkt und unverzüglich bei den Betrieben wirken. Die Maßnahme ist von der Bundesregierung sofort umsetzbar, es müssen keine neuen Programme geschaffen werden. Das Gastgewerbe hat eine hohe wirtschaftliche und gesellschaftliche Be-deutung, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gefährdung von Existenzen darf nicht hingenommen werden. Von daher erwarten wir ein entsprechendes Maßnahmepaket von der Bundesregierung.“