7 Prozent MwSt. JETZT! Auf Speisen und Getränke!

Unsere letzte Branchenumfrage hat ergeben, dass die Stimmung im Gastgewerbe aktuell auf einem Tiefpunkt ist, wie zuletzt im März 2021. Über 50 % der Unternehmerinnen und Unternehmer sehen sich erneut existenziell bedroht, so das Ergebnis der Januar-Umfrage. Seit November verzeichnet die Branche erneut erhebliche Umsatzverluste, für Dezember und Januar durchschnittlich 50 %. Pandemiebedingte Auflagen, Verbote und Schließungen sind dafür verantwortlich.

Hinzu kommt, dass sehr viele Unternehmer aufgrund der Corona-Krise ihre privaten finanziellen Reserven aufgebraucht haben, da die Überbrückungshilfen längst nicht alle Kosten gedeckt haben.

Unsere jüngste Umfrage belegt, wie wichtig in diesem Zusammenhang der reduzierte Mehrwertsteuersatz für die Betriebe ist. Auf die Frage, was für die Unternehmer aktuell besonders relevant für die Zukunftssicherung ist, steht die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen ganz oben auf der Agenda (75 %). Für 66 % der Unternehmen ist zudem die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Getränke ein essentieller Punkt.

Die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung wäre jetzt nicht nur ein Mut machendes Signal und ein Zeichen der Wertschätzung der Branche, sondern eine Maßnahme, die die Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt. Für die Zukunftssicherung unserer Familienbetriebe und Restaurants erwarten wir, dass alle Speisen unabhängig von der Art der Zubereitung und des Verzehrortes dauerhaft gleichbehandelt werden. Mit dem Einbezug der Getränke in den Anwendungsbereich der reduzierten Mehrwertsteuer würden die positiven Effekte auch den von der Pandemie hart betroffenen Kneipen, Bars, Clubs und Diskotheken wirksame Unterstützung bieten.

Weshalb ist diese Maßnahme für die Zukunftssicherung der Gastronomie von so zentraler Bedeutung?

  • Restaurants, Cafés, Bistros und Bars haben eine hohe Bedeutung für die Gesellschaft, sie sind ihre „öffentlichen Wohnzimmer“, beliebte Treffpunkte der Kommunikation und bieten den Gästen Kurzurlaub vom Alltag. Nie wurde es deutlicher als in den Lockdown-Monaten, wie sehr unsere Betriebe vermisst wurden und welchen Stellenwert sie für die Menschen in unserem Land haben. Die gastronomischen Betriebe schaffen Lebensqualität und erhöhen die Standortattraktivität in den Städten wie im ländlichen Raum, insbesondere in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern. Stirbt das Gastgewerbe aus, bricht es dem Ort das Herz! 7 % Mehrwertsteuer leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der gastronomischen wie kulinarischen Vielfalt.
  • Mit der dauerhaften Geltung von 7 % Mehrwertsteuer wird der Branche die Wertschätzung gezeigt, die sie in den meisten EU-Ländern genießt. In 21 EU-Staaten wird steuerlich kein Unterschied gemacht zwischen dem Essen aus dem Supermarkt, der Lieferung von Essen, dem Essen im Gehen, im Stehen und dem Essen im Restaurant.
  • 7 % Mehrwertsteuer stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Gastronomie. In Zeiten, in denen der Lebensmitteleinzelhandel sowie Supermärkte und Tankstellen ihr verzehrfertiges Angebot „to go“ immer weiter ausbauen und damit klar in Konkurrenz zur klassischen Gastronomie treten, kommt es mehr denn je auf fairen Wettbewerb an. Es wäre widersprüchlich und wettbewerbsverzerrend, frisch zubereitetes Essen in unseren Restaurants ab 1. Januar 2023 wieder mit 19 Prozent zu besteuern, während auf Essen zum Mitnehmen, im Supermarkt oder bei der Essenlieferung weiterhin nur 7 % Mehrwertsteuer erhoben werden. 7 % Mehrwertsteuer stärken die frische Zubereitung, die regionale Küche und die gesunde Ernährung, auch und gerade in den Schulen. Wir wissen, wovon wir sprechen. Seit knapp drei Jahren werben wir mit unserer Nachwuchskampagne „GastroBurner FoodTruck“ an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur um den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs, sondern auch für eine gesunde Ernährung und den Einsatz heimischer Produkte.
  • Zudem gilt es jetzt, durch die Einbeziehung der Getränke in den reduzierten Mehrwertsteuersatz auch in die Zukunftssicherung der getränkegeprägten Gastronomie zu investieren. Gerade diese Betriebstypen sind Mecklenburg-Vorpommern bis heute von Einschränkungen und Verboten massiv betroffen.
  • Auch in Europa ist der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Getränke in der Gastronomie nichts Außergewöhnliches: 14 EU-Staaten wenden ihn an, auch wenn überwiegend nur auf nicht-alkoholische Getränke.
  • 7 % Mehrwertsteuer sichern und schaffen Arbeitsplätze. Gastronomie ist unglaublich arbeitsintensiv, auf den gleichen Umsatz kommen in der Gastronomie sechsmal so viele Beschäftigte wie im Handel.
  • Die Pandemie hat in unsere Branche den Arbeitskräftemangel erheblich verschärft. Das Gastgewerbe im Tourismusland Nr. 1 hatte eine enorme Arbeitsmarktrelevanz mit einem Beschäftigungsäquivalent von rund 60.000 Erwerbstätigen. Zu mindestens war dies Stand vor der Krise. Hier wieder aufzuschließen und abgewanderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzugewinnen, dafür wird eine dauerhafte Entfristung der Mehrwertsteuer einen wichtigen Beitrag leisten. Mitarbeiter zurückzuholen und neue zu gewinnen, wird mit erheblichen Mehrkosten verbunden sein. Genau dafür wird die dauerhafte Geltung von 7 % Mehrwertsteuer von elementarer Bedeutung sein.
  • 7 % Mehrwertsteuer geben Spielräume für Investitionen und unterstützen eine nachhaltige Unternehmensführung.
  • Mit 7 % Mehrwertsteuer sind die Betriebe in der Lage, Kredite zu tilgen sowie wieder Rücklagen für Investitionen und die Altersvorsorge aufzubauen.
  • Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns führt zu erheblichen Personalkostensteigerungen von 15-25 %. Steigende Energiekosten und Lebensmittelpreise kommen hinzu. Die Preissensibilität der Verbraucher setzen notwendigen Preisanpassungen auch Grenzen, die gegenwärtige Inflation wirkt sich auch zunehmend negativ auf den privaten Konsum aus.
  • Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft der Gastronomie ist deshalb notwendiger denn je. In der aktuellen Lage benötigen die Unternehmer jetzt ein mutmachendes Signal. Mit der Entfristung der 7 % auf Speisen und des Einbezugs von Getränken geben Sie den Gastronomen eine wichtige Überlebensperspektive.

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