DEHOGA MV warnt vor Minijob-Aus: „Für unser Tourismusland wäre das eine Katastrophe“
Teile der bekannt gewordenen Vorschläge der Rentenkommission werden vom DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern entschieden abgelehnt. Nach den Plänen soll der bisherige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten. Für das Gastgewerbe hätte dies gravierende Folgen, die aus unserer Sicht einer Katastrophe gleichkommen.
Gerade im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern sind Minijobs ein unverzichtbarer Bestandteil der betrieblichen Realität. Sie ermöglichen es Hotels, Restaurants und Cafés, flexibel auf saisonale Schwankungen, Ferienzeiten, Veranstaltungen oder Spitzenzeiten am Abend und an Wochenenden zu reagieren. Gleichzeitig bieten sie vielen Menschen die Möglichkeit, sich unkompliziert und flexibel etwas dazuzuverdienen. Minijobs sind damit ein erfolgreiches Stück Arbeitsmarktpolitik, die die Flucht in die Schwarzarbeit bei Nebenbeschäftigten, Zuverdienern und Studenten verhindern.
Die heutigen Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Tag der Industrie, wonach die Vorschläge der Kommission vollständig und ohne Ausnahmen im Gesetzestext umgesetzt werden sollen, verstärken die Sorgen in der Branche zusätzlich.
Wir sind höchst alarmiert. Der Wegfall der Minijobs wäre für das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern eine Katastrophe und ein direkter Eingriff in die Zuverdienstmöglichkeiten, gerade für kleine und mittlere Einkommen. Minijobs sind keine Randerscheinung, sondern eine tragende Säule unserer Branche. Sie sichern Beschäftigung, schaffen Flexibilität und helfen insbesondere kleinen und mittelständischen Betrieben dabei, ihr Angebot aufrechtzuerhalten.
Allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 80.000 Minijobs, davon etwa 16.500 im Gastgewerbe. Hinter diesen Zahlen stehen Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Eltern, Berufstätige mit Nebenjob oder Menschen, die sich bewusst für eine flexible Beschäftigung entschieden haben.
Auch Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann, sieht die Vorschläge mit großer Sorge: "Wer diese Beschäftigungsform einschränken will, schwächt nicht nur das Gastgewerbe, sondern gefährdet die Attraktivität des Tourismusstandortes Mecklenburg-Vorpommern sowie tausende Jobs und fördert zugleich Schwarzarbeit. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen unsere Betriebe mehr Spielraum und keine zusätzlichen Einschränkungen."
Der DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern befindet sich diesbezüglich bereits im Austausch mit der Landespolitik und wird sich entschlossen sowie mit starker Stimme gegen die Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission zur Wehr setzen.
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