Presseinformation: Gastgewerbe in MV weiterhin unter enormen Druck

Sinkende Umsätze // Steigende Kosten // Mehrwertsteuersenkung unverzichtbar

Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern kämpft auch 2025 mit erheblichen Belastungen: Sinkende Umsätze, steigende Kosten und eine angespannte Buchungslage setzen den Betrieben spürbar zu. Eine aktuelle DEHOGA-Umfrage zeigt: Die geplante Mehrwertsteuersenkung ist bitter notwendig, um die Wohnzimmer der Gesellschaft zu erhalten.

Verlust
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Erst kürzlich vermeldete das Statistische Bundesamt in der Halbjahresbilanz 2025 bundesweit einen realen Umsatzrückgang von 15,1% im Gastgewerbe sowie von 17,4% in der Gastronomie im Vergleich zu 2019. Erschreckende Zahlen, die nun von einer aktuellen DEHOGA-Umfrage untermauert werden: Wie aus den Ergebnissen dieser hervorgeht, hat sich hierzulande nicht nur der Nettoumsatz im Juli 2025 im Vergleich zu Juli 2024 um 3,8% reduziert, sondern auch der Nettoumsatz von Januar bis Juli 2025 ging im Vergleich zum Vorjahr um 4,8% zurück. Zudem sind die Aussichten in der Branche mehr als getrübt: Ein Großteil (43.4%) der teilnehmenden Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern beurteilt die Buchungs- bzw. Reservierungslage für die Monate August und September als befriedigend. Fast jeder fünfte Betrieb (18,2%) bewertete diese als schlecht (18,2%) bzw. sehr schlecht (3%). Nur 7,1% der Betriebe schätzen die Buchungslage als „sehr gut“ ein, während 28,3% diese als „gut“ bezeichneten.

Alarmierende Ergebnisse

Darüber hinaus gaben 70% der Betriebe an, dass sie in den letzten Jahren nicht die für den Betrieb notwendigen Investitionen tätigen konnten. Besonders alarmierend ist zudem, dass 29,7% der Umfrage-Teilnehmer befürchten, im Jahr 2025 mit ihrem Betrieb in die Verlustzone zu geraten. Weitere 25,7% wagen derzeit noch keine Prognose, während nur 44,6% - und damit weniger als die Hälfte der Betriebe – vermutet, nicht in die Verlustzone zu geraten.

„Wir haben so viele Betriebsschließungen zu verzeichnen wie noch nie zuvor“, merkt auch Lars Schwarz, Präsident des DEHOGA MV an. „Die ohnehin dramatische Entwicklung spitzt sich durch Kostensteigerungen in allen Bereichen – wie Personal, Lebensmittel, oder Energie – immer weiter zu.“ Das unterstreicht die Umfrage ebenfalls: Als größte Herausforderungen sehen die Betriebe steigende Personalkosten (84,8%), steigende Lebensmittelkosten (79,8%) und steigende Energiekosten (70,7%), an. Auch die zunehmende Bürokratie (62,6%), sinkende Gewinne (55,6%) und Umsatzrückgänge (49,5%) sowie der Mitarbeitermangel (52,5%) belasten das Gastgewerbe in MV zusätzlich und stellen die Gastgeber hierzulande unter massiven Druck.

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Umso wichtiger ist es, dass die zum 1. Januar 2026 geplante Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes in der Gastronomie gesetzgeberisch umgesetzt wird.

Die Betriebe benötigen endlich Planungssicherheit. Die Politik muss jetzt die Weichen für eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft stellen – damit das Gastgewerbe auch künftig Jobmotor und Wirtschaftskraft im Tourismusland Nummer eins bleibt. Es steht viel auf dem Spiel: Der Erhalt der gesellschaftlichen Wohnzimmer, eine bezahlbare die Kita- und Schulverpflegung und ein fairer Wettbewerb mit fairen Preisen – für die Vielfalt der Branche.“

Lars Schwarz
Lars Schwarz
Präsident DEHOGA MV

Diese Rückschlüsse lassen auch die Ergebnisse der Umfrage zu: 64,6% der teilnehmenden Betriebe gaben an, dass die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Speisen auf 7% positive Effekte auf die Stabilisierung der betriebswirtschaftlichen Situation hätte. Die Hälfte der Betriebe sieht dadurch die Chance auf Steigerung der Investitionstätigkeit (50,5%) und die Sicherung bzw. den Ausbau der Arbeitsplätze (50%). Auch eine höhere Innovationsfähigkeit (42,1%), die Verbesserung des Preis-Leistungsverhältnisses (39,6%) und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit (33,3%) wären mögliche positive Auswirkungen. So gaben 61,6%% der Betriebe an, bei einer erneuten und dauerhaften Mehrwertsteuersenkung die Ausgaben für Mitarbeiter steigern zu wollen. Weitere 54,2% würden Investitionsmaßnahmen ergreifen.

Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA MV, fasst abschließend zusammen: „Unsere Umfrage zeigt deutlich: Viele Gastgeberinnen und Gastgeber stehen am Limit. Ohne politische Entlastungen werden wir mit noch mehr Betriebsschließungen konfrontiert sein. Die geplante Mehrwertsteuersenkung ist ein unverzichtbarer Schritt, doch wir brauchen darüber hinaus weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit Betriebe wirtschaftlich arbeiten, Arbeitsplätze sichern und gleichzeitig die Vielfalt der gastronomischen Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern erhalten können.“

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