Übernachtungszahlen im ersten Halbjahr leicht im Plus
Aktuelle Statistiken zum Tourismus in Deutschland
Im ersten Halbjahr 2026 haben die Beherbergungsbetriebe in Deutschland insgesamt 223,8 Millionen Übernachtungen verbucht. Laut Statistischem Bundesamt waren dies 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und so viele wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Doch diese Auswertung muss auch richtig eingeordnet werden.
Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 0,3 Prozent auf 187,4 Millionen. Bei den Gästen aus dem Ausland legte die Übernachtungszahl um 0,5 Prozent auf 36,4 Millionen zu.
Im Juni 2026 haben die Beherbergungsbetriebe zuletzt 48,9 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste verbucht. Laut Statistischem Bundesamt waren dies 2,9 Prozent weniger als im Juni 2025 – unter anderem auch dadurch bedingt, dass die übernachtungsstarken Pfingsttage und -ferien in diesem Jahr bereits im Mai, im vergangenen Jahr hingegen erst im Juni gelegen haben.
Bewertung: Die auf hohem Niveau stabilen und weiter leicht steigenden Übernachtungszahlen im ersten Halbjahr sind grundsätzlich ein positives Signal für das Reiseziel Deutschland. Sie zeigen, dass wir weiterhin mit vielfältigen Angeboten, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und tollen Gastgebern punkten. Gleichzeitig bleibt es dabei, dass nicht alle Branchensegmente gleichermaßen von der positiven Nachfrageentwicklung profitieren. Gute Übernachtungszahlen mit soliden Umsätzen machen zudem vielerorts die hohen und steigenden Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal nicht automatisch wett. Und last but not least bleiben die Übernachtungszahlen von Gästen aus dem Ausland nach wie vor deutlich unter dem Vorcoronaniveau. Ein zentraler Faktor hierfür ist die unzureichende Konnektivität Deutschlands im Luftverkehr bedingt durch hohe Standortkosten.
Die Politik bleibt daher gefordert, den Tourismusstandort Deutschland insgesamt durch wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, spürbare finanzielle und bürokratische Entlastungen und sinnvolle Investitionen in die Infrastruktur deutlich zu stärken.
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