Wie Gastgeber in der Nebensaison Personalkosten senken und gleichzeitig ihr Team weiterentwickeln
Die Hauptsaison ist vorbei, die Auslastung geht vielerorts zurück – doch die Kosten bleiben. Gerade für Hotels und Gastronomiebetriebe beginnt im Herbst deshalb eine wirtschaftlich anspruchsvolle Zeit. Löhne, Energie, Versicherungen und zahlreiche weitere Betriebskosten laufen weiter, während gleichzeitig weniger Umsatz erwirtschaftet wird.
Besonders die Personalkosten werden in der Nebensaison schnell zu einer Belastung. Doch qualifizierte Mitarbeiter einfach abzubauen, ist für viele Betriebe keine sinnvolle Lösung. Schließlich werden sie spätestens zur nächsten Saison wieder dringend gebraucht.
Es gibt jedoch eine Alternative, die noch immer zu wenige Gastgeber nutzen: Mitarbeiter in umsatzschwächeren Monaten gezielt weiterbilden und dabei staatliche Zuschüsse zu den Weiterbildungskosten und zum Arbeitsentgelt nutzen.
Nebensaison sinnvoll nutzen
Gerade die ruhigeren Monate bieten sich für Weiterbildung an. Während in der Hauptsaison häufig weder Zeit noch personelle Kapazitäten vorhanden sind, können Mitarbeiter im Herbst und Winter gezielt neue Kompetenzen erwerben.
Dabei muss es längst nicht mehr nur um klassische Fachschulungen gehen. Themen wie künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Kommunikation, Führung oder effizientes Arbeiten können unmittelbar dazu beitragen, Abläufe zu verbessern und Mitarbeiter auf veränderte Anforderungen vorzubereiten.
Statt Mitarbeiter in schwächeren Monaten lediglich weniger einzusetzen, kann die vorhandene Zeit somit produktiv genutzt werden. Das Unternehmen investiert in die Leistungsfähigkeit seines Teams und kann gleichzeitig seine Kosten reduzieren.
Bis zu 100 % Lehrgangskosten und Zuschüsse zum Arbeitsentgelt
Über die Beschäftigtenqualifizierung können Unternehmen – abhängig von den jeweiligen Voraussetzungen – erhebliche Förderungen erhalten. Bei förderfähigen Weiterbildungen können die Lehrgangskosten teilweise oder sogar vollständig übernommen werden.
Für Arbeitgeber besonders interessant sind darüber hinaus mögliche Zuschüsse zum Arbeitsentgelt während der Weiterbildungszeit. Je nach Unternehmensgröße und individuellen Voraussetzungen kann damit ein erheblicher Teil der Personalkosten während der Qualifizierung aufgefangen werden.
Gerade in der Nebensaison entsteht daraus ein interessanter wirtschaftlicher Effekt: Ein Mitarbeiter bildet sich weiter, das Unternehmen entwickelt seine Kompetenzen und gleichzeitig kann die finanzielle Belastung durch Personalkosten sinken. Weiterbildung wird damit von einem zusätzlichen Kostenfaktor zu einem Instrument, das Personalentwicklung und Kostenmanagement miteinander verbindet.
Mitarbeiter halten statt später neue suchen
Der Fachkräftemangel ist trotz konjunktureller Unsicherheiten nicht verschwunden. Wer heute qualifizierte Mitarbeiter verliert, steht möglicherweise bereits vor der nächsten Saison wieder vor der Frage, wie offene Stellen besetzt werden sollen. Hinzu kommen Kosten für Stellenanzeigen, Recruiting, Einarbeitung und Produktivitätsverluste. Ein Mitarbeiter, der den Betrieb, die Gäste und die internen Abläufe bereits kennt, besitzt einen Wert, der häufig unterschätzt wird.
Weiterbildung kann deshalb auch ein Instrument zur Mitarbeiterbindung sein. Der Arbeitgeber signalisiert: Wir investieren in Ihre Fähigkeiten und planen langfristig mit Ihnen. Davon profitiert am Ende auch der Gast. Bessere Kommunikation, effizientere Prozesse, professionellere Führung und ein sinnvoller Einsatz neuer Technologien können unmittelbar Einfluss auf Servicequalität und Wirtschaftlichkeit nehmen.
Gerade jetzt sollte geprüft werden
Wer Fördermöglichkeiten für die kommenden Monate nutzen möchte, sollte nicht erst handeln, wenn die Nebensaison bereits begonnen hat. Förderanträge müssen grundsätzlich vor Beginn der Weiterbildung gestellt und die jeweiligen Voraussetzungen geprüft werden.
Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, festzulegen, welche Mitarbeiter weiterentwickelt werden sollen und welche Qualifikationen dem Betrieb tatsächlich einen Mehrwert bringen.
Dabei sollte auch berücksichtigt werden: Förderprogramme und Förderkonditionen sind keine dauerhafte Garantie. Politische Rahmenbedingungen, Haushaltslagen und Fördervoraussetzungen können sich ändern. Was heute noch möglich ist, muss nicht dauerhaft in gleicher Form zur Verfügung stehen.
Unternehmen leisten jedes Jahr erhebliche Steuern, Sozialabgaben und weitere Beiträge. Es ist daher nur konsequent, auch bestehende Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu nutzen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Weiterbildung muss sich auch wirtschaftlich rechnen
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was kostet uns eine Weiterbildung? Viel wichtiger ist: Was kostet es uns, wenn wir die Möglichkeiten nicht nutzen?
Wenn ohnehin ruhigere Monate bevorstehen, kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, diese Zeit für geförderte Qualifizierung einzusetzen, anstatt vorhandene Kompetenzen ungenutzt zu lassen oder gute Mitarbeiter zu verlieren.
Für Hotels und Gastronomiebetriebe kann daraus eine echte Win-win-Situation entstehen: Das Team entwickelt sich fachlich weiter, der Betrieb bereitet sich auf die nächste Saison vor und mögliche Zuschüsse können die Personalkosten während der Weiterbildung deutlich reduzieren.
Jetzt ist deshalb der richtige Zeitpunkt, die Fördermöglichkeiten für die kommenden Monate prüfen zu lassen.
Ansprechpartner
Sie möchten sich von uns unverbindlich beraten lassen? Dann sprechen Sie uns an!
Weitere Infos
Website ZUDUBIDiesen Beitrag weiterempfehlen: