Wohnraumpolitik im Tourismus: Praktikable Lösungen statt neuer Hürden
Gerade in den touristischen Zentren Mecklenburg-Vorpommerns stellt die Unterbringung von Beschäftigten viele Betriebe bereits heute vor große Herausforderungen. Mit Blick auf die Landtagswahl gewinnt die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum in den Tourismusregionen zunehmend an Bedeutung.
Die SPD Mecklenburg-Vorpommern kündigt in ihrem Wahlprogramm an, sich gegenüber dem Bund für baugesetzliche Möglichkeiten einzusetzen, wonach neue Hotelprojekte künftig nur gemeinsam mit der Schaffung von Wohnraum für Beschäftigte im Tourismus umgesetzt werden dürfen. Aus Sicht des DEHOGA MV braucht es jedoch praktikable Lösungen statt neuer Investitionshürden.
Viele unserer Betriebe investieren schon heute in Mitarbeiterwohnungen oder organisieren Unterkünfte für ihre Beschäftigten, weil sie andernfalls kaum Personal gewinnen können. Das ist in vielen Regionen längst gelebte Praxis.
Aus Sicht des Verbandes greift eine gesetzliche Kopplung neuer Hotelprojekte an den Bau zusätzlicher Mitarbeiterwohnungen daher zu kurz. Wirksamer wäre es beispielsweise, die illegale Zweckentfremdung von Wohnraum zu Ferienwohnungen und Ferienunterkünften konsequent zu unterbinden. Die Landeshauptstadt Schwerin hat hierfür bereits eine Registrierungspflicht beschlossen. Dadurch kann bestehender Wohnraum wieder der dauerhaften Vermietung zugeführt werden – aus Sicht des DEHOGA MV ein deutlich wirkungsvollerer Ansatz, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Das Thema Wohnraumpolitik greifen wir auch umfassend im kürzlich veröffentlichten Wahlcheck zur Landtagswahl 2026 auf. Darin formulieren wir konkrete Forderungen an die Landespolitik – von der wirksamen Begrenzung der Zweckentfremdung von Wohnraum über bessere Rahmenbedingungen für den Bau von Mitarbeiterwohnungen bis hin zu steuerlichen Erleichterungen bei freier Kost und Logis.
Der DEHOGA MV wird sich auch weiterhin mit Nachdruck für diese Anliegen einsetzen – im politischen Dialog, durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und mit einer starken Stimme in den Medien. Denn bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung für die Fachkräftesicherung und damit für die Zukunftsfähigkeit des Tourismuslandes Mecklenburg-Vorpommern.
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