Liebe DEHOGA MV Mitglieder,
liebe Partner und Freunde des Gastgewerbes in Mecklenburg-Vorpommern,
sehr geehrte Leserinnen und Leser,
was war das nur für ein Wahlkrimi? Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat deutlich gemacht, wie bewegt die politische Landschaft in unserem Land ist. Die außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung ist dabei zwar ein starkes Signal für unsere Demokratie, doch das Wahlergebnis wird nicht spurlos an unseren Betrieben, in unseren Teams und im täglichen Miteinander vorbeigehen. Zu groß scheinen heute die Differenzen der beiden politischen Lager, die sich zukünftig im Landtag gegenüber stehen. Aus Polemik und Konfrontation kann eine Gefahr für unsere Branche erwachsen. Das Gastgewerbe steht für Arbeit, Ausbildung, Unternehmertum und Tourismus – aber und insbesondere auch für Integration, Begegnung und Zusammenhalt.
Wir brauchen einen neuen Impuls für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mecklenburg-Vorpommern braucht jetzt eine stabile und handlungsfähige Politik, die wirtschaftliche Stärke, Arbeitsplätze, Leistung und Weltoffenheit miteinander verbindet und den notwendigen Aufbruch gestaltet.
Doch wir stehen bekanntermaßen nicht nur vor gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, sondern auch vor wirtschaftlichen. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Diskussion um die Minijobs. Für das Gastgewerbe sind sie unverzichtbar, insbesondere wenn es darum geht, Arbeit am Abend, am Wochenende oder bei Veranstaltungen flexibel zu organisieren. Bundesweit arbeiten fast sieben Millionen Menschen in einem Minijob, allein hierzulande sind es fast 100.000 geringfügig Beschäftigte – für die große Mehrheit (95 Prozent) ist er ein Hinzuverdienst oder eine Arbeitsform, die zu ihrer persönlichen Lebenssituation passt. Mit der nun ins Leben gerufenen bundesweiten DEHOGA-Kampagne „Minijobs erhalten“ verschärfen wir nochmals den Druck auf die Politik und setzen uns im direkten Austausch mit Entscheidungsträgern für eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Minijobs ein.
Wie wichtig dieser persönliche Dialog ist, hat sich zuletzt bei unseren Veranstaltungen gezeigt. Beim Großen Vorstand des DEHOGA Bundesverbandes, der auf Einladung des DEHOGA MV in Rostock tagte, standen zentrale Branchenthemen wie Minijobs, Wochenarbeitszeit, Kosten- und Personaldruck sowie die wirtschaftliche Entwicklung auf der Tagesordnung. Gleichzeitig wurde bei der gemeinsamen Abendveranstaltung auf der Warnow deutlich, was unsere Branche auch abseits politischer Debatten ausmacht: Gastfreundschaft, Geselligkeit und die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen.
Auch bei unserem Netzwerkformat „DEHOGA MV on Tour“ im SCHLOSS Fleesensee ging es genau darum: Aktuelle Verbandsthemen zu erläutern, praktische Fragen aus dem Betriebsalltag aufzunehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Von Mehrwertsteuer und Wochenarbeitszeit über Fachkräftesicherung und Minijobs bis hin zu Digitalisierung, betrieblichem Gesundheitsmanagement und modernen Zahlungslösungen reichte das Themenspektrum. Vor allem aber blieb Raum für persönliche Gespräche und den Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen.
Denn Interessenvertretung funktioniert nicht aus dem Büro heraus. Sie lebt von den Erfahrungen, Fragen und Anliegen unserer Mitgliedsbetriebe. Nur wenn wir wissen, was die Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort bewegt, können wir diese Themen auch wirkungsvoll in die politische Diskussion einbringen.
Deshalb werden wir auch in den kommenden Monaten genau diesen Weg weitergehen: Zuhören, informieren, Position beziehen und die Interessen des Gastgewerbes mit Nachdruck vertreten. Die Herausforderungen für unsere Branche werden nicht weniger.
Für das Gastgewerbe und seine Beschäftigten kommt es mehr denn je auf eine starke Interessenvertretung an. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen muss der DEHOGA MV an der Seite seiner Mitgliedsbetriebe stehen, ihre Interessen deutlich vertreten und sich für verlässliche Rahmenbedingungen einsetzen. Unsere Branche verbindet Menschen – und genau diese verbindende Kraft, diese starke Gemeinschaft wird künftig wichtiger denn je sein.
Herzlichst, Ihr
Lars Schwarz
Präsident des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern