Liebe DEHOGA MV Mitglieder,
liebe Partner und Freunde des Gastgewerbes in Mecklenburg-Vorpommern,
sehr geehrte Leserinnen und Leser,
mit der dauerhaft auf 7 Prozent abgesenkten Mehrwertsteuer auf Speisen ist zu Jahresbeginn unsere wichtigste und jahrzehntelang verfolgte Forderung umgesetzt worden. Das war und ist ein historischer DEHOGA-Erfolg – für unsere Betriebe, für unsere Beschäftigten und für die gastronomische Vielfalt in Stadt und Land. Doch bei aller berechtigten Freude dürfen wir uns nichts vormachen: Die Herausforderungen im Gastgewerbe bleiben groß. Parallel zur steuerlichen Entlastung sind der gesetzliche Mindestlohn und die Tariflöhne erneut deutlich gestiegen. Hinzu kommen hohe Energie-, Waren- und Personalkosten. Unsere Betriebe stehen weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.
Genau dieser Erfolg war unter anderem auch Thema auf dem unlängst stattgefunden traditionellen Grünkohlessen, welches wir gemeinsam mit dem Golfverband und dem Schloss Fleesensee ausrichten. Ministerpräsidenten Manuela Schwesig hat noch einmal deutlich die Wertschätzung des Landes gegenüber dem Gastgewerbe zum Ausdruck gebracht und unterstrichen, dass das Land zur Entscheidung der Absenkung der Mehrwertsteuer steht, ja diese bekanntlich als ein Treiber neben Bayern eingefordert hat. Es war gut, richtig und wichtig, dass mit der Entscheidung Essen in Deutschland nunmehr gleich besteuert wird – egal wo und von wem zu bereitet, egal von wem und wie in den Umlauf gebracht oder verzehrt.
Ein weiteres zentrales Thema unserer aktuellen Verbandsarbeit ist die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit. Der DEHOGA hat hierzu bundesweit eine Kampagne gestartet, um deutlich zu machen: Es geht uns nicht um Mehrarbeit, sondern um praktikable und zeitgemäße Lösungen. Nicht Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer, sondern gemeinsames Interesse an Flexibilität. Unsere Branche lebt von Flexibilität – saisonal, tageszeitlich und veranstaltungsbezogen. Starre Regelungen, die an der betrieblichen Realität vorbeigehen, helfen weder Unternehmern noch Beschäftigten.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern steht dieses Thema ganz oben auf der Agenda – nicht zuletzt im Rahmen der laufenden Manteltarifverhandlungen. Wir haben dabei klar formuliert: Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage sehen wir derzeit keinen zusätzlichen finanziellen Spielraum. Mit dem im vergangenen Jahr abgeschlossenen Entgelttarifvertrag wurden bereits weitreichende Zugeständnisse gemacht – ein schmerzlicher, aber verantwortungsvoller Abschluss in schwieriger Zeit. Erst im September sind die Tariflöhne erneut gestiegen, im Herbst diese Jahres stiegen die Entgelte nochmals. Wenn wir nun über Arbeitszeit sprechen, dann mit dem Ziel, bestehende Spielräume im Sinne der Betriebe und der Beschäftigten sinnvoller zu nutzen. Die bei einer Sechs-Tage-Woche geltenden 48 Stunden müssen flexibler ausgestaltet werden können. Alles andere würde unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen.
Umso wichtiger ist es, dass auf Bundesebene mit der Nationalen Tourismusstrategie ein starkes Signal für den Standort Deutschland gesetzt wurde. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Bundesregierung die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Tourismus anerkennt und Schwerpunkte bei Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Flexibilisierung der Arbeitszeit setzt. Entscheidend ist nun die schnelle und konsequente Umsetzung. Strategiepapiere allein helfen unseren Betrieben nicht – sie brauchen spürbare Entlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen.
Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Service und Entlastung ist die neue oneDEHOGA-App, die wir gemeinsam mit dem Bundesverband und zahlreichen Landesverbänden gestartet haben. Sie bündelt erstmals das gesamte DEHOGA-Wissen in einem digitalen Werkzeug und stellt geprüfte Informationen, Checklisten, Vorlagen und aktuelle Branchennews KI-gestützt und rund um die Uhr zur Verfügung. Damit schaffen wir für unsere Mitglieder einen schnellen, praxisnahen Zugang zu relevanten Themen. Die App ersetzt nicht die persönliche Beratung, ergänzt sie jedoch sinnvoll und stärkt unsere Servicequalität nachhaltig.
Fest steht: Unsere Branche ist und bleibt Wirtschaftsmotor und zugleich ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Restaurants, Hotels und Cafés sind Arbeitgeber, Ausbildungsstätten und soziale Treffpunkte. Damit das so bleibt, braucht es politische Entscheidungen, die Realität und Verantwortung miteinander verbinden.
Der DEHOGA MV wird sich weiterhin mit Nachdruck für Ihre Interessen einsetzen – sachlich, geschlossen und mit klarer Haltung. Der Erfolg bei der Mehrwertsteuer hat gezeigt: Beharrlichkeit zahlt sich aus. Diesen Weg gehen wir gemeinsam weiter.
Herzlichst, Ihr
Lars Schwarz
Präsident des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern